Porzellan


Porzellan

Porzellān (portug.), das vollkommenste Erzeugnis der Töpferkunst, dessen feine, weiße, durchscheinende Masse durch die innige Mischung geschmolzener Teilchen Feldspat und Quarz mit ungeschmolzener Porzellanerde (s. Kaolin) und sehr scharfes Brennen entsteht, letzteres erst unglasiert, dann mit der Glasur. Die Masse wird mit einer Glasur überzogen (nur das Biskuit ist unglasiert) und oft bemalt und vergoldet. Das P., dessen Herstellung den Chinesen schon in frühester (aber nachchristl.) Zeit bekannt war, kam 1518 durch die Portugiesen nach Europa, wurde das. bald nachzuahmen versucht, aber ohne Erfolg, bis Böttger (s.d.) 1709 die echte Porzellanerde entdeckte. Das Verfahren ward anfangs in der unter seiner Leitung 1710 angelegten Porzellanfabrik zu Meißen geheimgehalten, fand aber bald Verbreitung. Fabriken entstanden 1720 in Wien, 1740 in Höchst, 1744 in Fürstenberg, 1750 in Berlin, 1756 in Petersburg etc. – Vgl. Berling, »Das Meißner P. und seine Geschichte« (1900); Graesse und Jännicke, »Guide de l'amateur de porcelaine« (9. Aufl. 1901); Lehnert, »Das P.« (1902).


http://www.zeno.org/Brockhaus-1911. 1911.

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  • Porzellan — [Aufbauwortschatz (Rating 1500 3200)] Bsp.: • Wir hatten den Tisch mit unserem besten Porzellan gedeckt. • Lees Milne sah zu, wie Meißener Porzellan aus dem 18. Jahrhundert als Aschenbecher benutzt wurde und Leute in große Vasen der Ming Dynastie …   Deutsch Wörterbuch

  • Porzellan — Porzellan, s. Tonwaren und Keramik; Réaumurs Porzellan, s. Glas, S. 885 …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Porzellan — Sn std. (15. Jh.) Entlehnung. Entlehnt aus it. porcellana f., ursprünglich: Kaurischnecke, Porzellanschnecke . Die Übertragung auf das Porzellan erfolgte wegen der äußeren Ähnlichkeit des chinesischen Porzellans mit der gelblichweißen Schale der… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Porzellan — Porzellan: Die seit dem ausgehenden 15. Jh. bezeugte Bezeichnung für das ursprünglich aus China und Japan über Italien importierte keramische Erzeugnis (aus Kaolin, Quarz und Feldspat) ist aus dem It. entlehnt. It. porcellana bezeichnet… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Porzellan — (vom portugies. Porcella, Schale), die feinsten Thonwaaren, deren durchscheinende Masse durch sehr scharfes Brennen zusammengesintert ist, aber selbst in der stärksten Hitze nicht ganz verglast, weiß von Farbe, mit farbloser, durchsichtiger, sehr …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Porzellan — (vom portugies. Worte porcellana, Gefäß, abstammend), die durch Brennen halb durchsichtig werdende seine, äußerst harte Masse, welche zu seinen Geschirren etc. so beliebt ist. Sie besteht aus dem reinsten geschlemmten Thon, der durch Brennen weiß …   Damen Conversations Lexikon

  • Porzellan — (vom portugies. porcella, Schale), die schönste und werthvollste Töpferwaare, von blendend weißer Farbe, glatter Oberfläche, glattem muscheligem Bruch, halb durchsichtig, metallisch klingend und von solcher Härte, daß sie am Stahle Funken gibt,… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Porzellan — zerschlagen: eine behutsam eingeleitete Entwicklung zum Besseren plump zerstören; schwierige geistig seelische Vorgänge roh stören. Sich benehmen wie der Elefant im Porzellanladen: sich ungeschickt, tölpelhaft, seelisch undifferenziert verhalten …   Das Wörterbuch der Idiome

  • Porzellan — Porzellan,das:1.⇨Geschirr(1)–2.wieaus/vonP.:⇨zierlich(1) …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Porzellan — Porzellanbrunnen in der Fußgängerzone von Selb Porzellan (ital. porcellana, ursprünglicher Name einer Meeresschnecke mit weiß glänzender, porzellanartiger Schale), auch Weißes Gold (en: porcelain oder china), besteht hauptsächlich aus einem… …   Deutsch Wikipedia